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Ernährung des Cocker Spaniels

Da ich immer wieder gefragt werde: Mittlerweile bekommen unsere Hunde zum größten Teil nur noch Frischfleisch mit Obst, Gemüse, ein paar Zusätze.

Trockenfutter gibt’s nur noch ab und zu und auch verschiedene Sorten (möglichst ohne Getreide), aber mittlerweile haben mich meine Hunde soweit, daß ich mir ein schlechtes Gewissen einreden lasse, wenn sie langweilig kauend vor einem Napf stehen, der mit braunen Kugeln gefüllt ist, während sie mir einen vorwurfsvollen Blick zuwerfen ...

Was viele Leute als wahre Religion betreiben, sich selbst als Barfer bezeichnen, wird bei uns seit Jahren ohne Aufhebens praktiziert. Ich messe nichts mit der Grammwaage ab und ich halte mich nur grob an irgendwelche Speisepläne. Wichtig ist einfach die Abwechslung und die ausgewogene und gehaltvolle Nahrung - wie sie für uns Menschen auch auf den Tisch kommt. Qualität, die schmeckt und die man sieht.

Mit frischem Futter kann man seinen Hund gesund ernähren. Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, dann lassen Sie sich nicht erzählen, daß Ihr Hund nur mit Fertigfutter alle Nährstoffe bekommt, die er braucht. Das wäre ja so, als würde uns Ronald McDonald erklären, daß nur der Genuß von Burgern & Co. gesund wäre. Humbug, denn bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es gar kein Fertigfutter. Und womit wurden die Hunde damals ernährt? Vornehmlich mit Essensresten. Und sind die Hunde heute gesünder? Nun, die Lebenserwartung ist nicht gestiegen, eher wohl im Gegenteil. Wen wundert’s? Die Fleischskandale nehmen zu, die Leute regen sich darüber auf, daß Ekelfleisch auf Ihrer Tiefkühlpizza landete, was eigentlich hätte zu Hundefutter verarbeitet werden sollen.

Von den Kosten her ist zu sagen, daß frische Kost selbstverständlich mehr kostet als Fertigfutter, sofern man auf Qualität Wert legt. Ich kaufe das Fleisch meist im Schlachthof (Steakabschnitte) bzw. im Supermarkt (Hühnchen, Rinderknochen, Beinscheiben etc.), alles in Humanqualität. Die Zeit ist ebenfalls ein nicht unwesentlicher Faktor. Wenn ich heute für unser Rudel das Futter vorbereite, vergeht eine Stunde wie im Flug. Das Fleisch wird geschnitten, das Gemüse wird geraspelt, die Zusatzmittelchen gemixt, zwischendurch muß ich mir meinen Platz in der Küche erkämpfen, denn die Hunde sind jeden Tag auf’s Neue fasziniert von allem.

Wer die Zeit nicht hat, kann trotzdem frisch füttern. Im Handel gibt es mittlerweile kleingeschnittenes Fleisch (abgepackt in praktischen 250 oder 500 g Portionen, wird gefroren ins Haus geliefert), das man nur noch auftauen und mit Futterflocken (z. B. von Lunderland) zu mischen braucht, schon hat man eine ausgewogene Mahlzeit für den Hund. Der Vorteil: Der Hund bekommt wirklich Fleisch und nicht nur einen Mix aus Klärschlamm und Knochenmehl, wie in vielen Futterdosen vorhanden. Wer seinem Hund kein eingekochtes Doschenfleisch füttern will, der füttert am besten roh.

Und so schaut die Fütterung bei uns aus:

Da wäre zunächst das Fleisch: Muskelfleisch vom Rind, Huhn, Lamm, Wild, Pute, Kalb, niemals Schwein. Innereien gibt’s vom Rind. Alles wird frisch und roh gefüttert. Ebenso zur Magenreinigung Fellstücke vom Rind, ebenso wie frische Ohren vom Rind oder Wild. Spätestens dann verläßt mein Mann den Ort des Geschehens ;-)

Außerdem gibt’s Fisch, am liebsten noch mit Gräten und roh. Weiter gibt es noch grünen Pansen und Blättermagen. Wenn am Stück, dann im Garten, denn der Geruch ist selbst für hartgesottene Frischfütterer unerträglich.

Dann wären da noch die rohen, fleischigen Knochen, wie z. B. Hühnerhälse, Hühnerschenkel, Putenhälse, Rinderbrustbein, Rippchenknochen, Hühnerrücken, Kalbsknochen usw. Daneben gibt es Markknochen, Rinderbeinscheiben, Osso Bucco usw., was in erster Linie natürlich eine gute Beschäftigung für die Hunde ist.

Das Gemüse wird meist roh gefüttert und püriert, 50 % ist grünes Blattgemüse, wie Rucola, Lattich, Kresse, Löwenzahnblätter, Salat. Ansonsten gibt’s Karotten, Sellerie, Zuccini, Kürbis, Kartoffeln, Lauch usw. Letztere Sorten werden gedünstet.

Weiter gibt es Obst (Äpfel, Birnen, Bananen, ...). Dazu hochwertige Öle, wie Olivenöl, Weizenkeimöl usw., ca. zwei rohe Eier mit Schale, ohne Eiweiss (da unverdaulich) pro Hund und pro Woche, Honig, ab und an auch etwas Käse, Kräuter, Kürbiskerne, Kokosflocken, Knoblauch, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Joghurt, Hüttenkäse, Buttermilch und Zusätze wie z. B. Spirulina, sowie Nudeln, Reis und Getreideflocken, wobei sich letzteres in Grenzen hält, denn ein Hund braucht kein Getreide. Im Gegenteil, es steht im Verdacht, krebsfördernd zu sein. Und wenn ich Getreide füttern wollte, müßte ich ja nur auf ein Trockenfutter zurückgreifen, denn das besteht ja oftmals aus bis zu 90 % Getreide. Wenn ich mir allerdings die Zähne meiner Hunde anschaue, dann sehe ich, daß es Kanivoren sind, Fleischfresser.

Alles in allem weiß ich nun, was meine Hunde fressen. Ja, das frische Essen (als “Fressen” mag man es ja gar nicht bezeichnen) kostet mehr als Tütensuppe. Unbequemer als Fertigfutter ist die Frischfütterung auch, denn eine Tüte öffnen und ein paar Körner in den Napf geben dauert nun einmal nicht so lange wie die Zubereitung von Frischem. Dafür haben meine Hunde nun ein hervorragendes Haarkleid, gesunde Haut, die Hunde sind leistungsfähig und sehen proper aus, haben klare Augen und saubere Zähne und so weiter. Die Kotmengen sind sehr viel kleiner, da das Futter eben besser verdaut werden kann, schließlich besteht das Futter nicht nur aus billigen Füllstoffen, wie es bei Fertigfutter der Fall ist.

Nun aber genug des Lobgesangs! Wenn Sie Interesse bekommen haben sollten, dann informieren Sie sich doch genauer über Umstellung, Menge usw. auf speziellen Fachseiten.

Ihr Hund wird es Ihnen danken und Sie werden einen Gefährten haben, der gesünder, leistungsfähiger und pflegeleichter ist.

 


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