Wenn man einen Cocker kaufen möchte und vorsichtig nach eventuellen Erbkrankheiten fragt, hört man meist die Argumente: "Meine Hunde sind gesund." oder "Unsere Hunde sind vom Tierarzt untersucht.".
English Cocker-Spaniels sind keine kranke Hunderasse, doch es gibt bekannte (Erb-)Krankheiten, die es zu bekämpfen gilt, nicht zu verschweigen!
Hier die wichtigsten Krankheiten:
Art
Beschreibung
Untersuchungsmethode
Heilungschance
PRA = progressive Retina Atrophie
Netzhautablösung im Auge, erblich bedingt, beide Elterntiere müssen Träger sein
Untersuchung mit Spaltlampe beim Fachtierarzt für Augenheilkunde, wobei die PRA erst erkennbar ist, nachdem sie ausgebrochen ist, je nach Form also auch erst im späten Lebensalter.
keine Heilung möglich, der Hund erblindet je nach Art - im frühen Lebensalter - im mittleren Lebensalter - im späten Lebensalter
prcd-PRA
Unterform der PRA, erblich bedingt, beide Elterntiere müssen Träger sein
Wie vor, wobei auch der Fachtierarzt nicht erkennen kann, um welche Form der PRA es sich handelt. Gewissheit bringt hier nur ein spezieller Gentest*.
keine Heilung möglich, der Hund erblindet voraussichtlich im späten Lebensalter (ca. 8 Jahre).
FN = Familiäre Nephropathie
Nierenversagen, erblich bedingt, beide Elterntiere müssen Träger sein, betroffene Hunde werden max. 2 Jahre alt
Beim lebenden Hund nur mittels Gentest*. Beim toten Hund durch Untersuchung der Niere.
keine Heilung möglich, Krankheit verläuft IMMER tödlich
HD = Hüftgelenkdysplasie
Verformung des Hüftgelenks, kann erblich und/oder erworben sein, Erbgang unklar
Nur per Röntgenaufnahme möglich, welche danach vom Tierarzt ausgewertet wird.
Bei leichten Fällen Zusatz von Futtermitteln, bei schweren Fällen von der Durchtrennung der Nervenstränge bis hin zur Operation.
PL = Patella Luxation
Deformation der Kniescheibe, meist erblich bedingt, Erbgang unklar
Nur durch den Tierarzt möglich.
Bei leichten Fällen Zusatz von Futtermitteln, bei schweren Fällen Operation.
* Gentest: Hier wird eine Blut- oder Speichelprobe an ein Labor gesendet, z. B. Optigen oder Laboklin. Die Auswertung zeigt, ob der Hund frei = clear = A oder Träger = carrier = B oder betroffen = affected = C ist. Die Bezeichnung "prcd-PRA clear" steht also für einen Hund, der niemals an der entsprechenden Krankheit erkranken kann und diese Krankheit auch nicht vererben kann, d. h. direkte Nachkommen werden nicht erkranken. "prcd-PRA clear" heißt aber auch, daß der Hund an jeder anderen Form der PRA erkranken kann. Der Hund muß nicht "PRA frei" sein!
ACHTUNG: Schreibt ein Züchter auf seiner Homepage "PRA frei", so ist das schlichtweg dreiste Gaunerei, denn kein Züchter kann in seine Hunde hineinschauen.
Kastration: Ja oder Nein?
Immer häufiger mutieren Tierärzte zu Kaufleuten und lassen dabei außer Acht, daß lt. §6 TSchG eine Amputation nur vorgenommen werden darf nach tiermedizinischer Indikation. Das heißt, daß ein medizinischer Grund vorliegen muß, z. B. eine schwere Gebärmuttervereiterung. Die Bequemlichkeiten der Besitzer, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Hündin nicht ungewollt trächtig wird und ihr Rüde nicht ungewollt für Nachwuchs sorgt, sind KEINE Indikationen.
Auch ein nicht abgestiegener Hoden beim Rüden kann zum einen mit Medikamenten behandelt werden (Homöopathie, Hormonspritze), zum anderen muß dieser Hoden nicht entarten. Aggressives Verhalten beim Rüden kann durch eine Kastration nur verbessert werden, wenn die Aggressionen hormonell bedingt sind. Bevor man kastriert, kann man probieren, ob der Rüde auf eine Hormonspritze anspricht.
Die Aufklärung seitens der Tierärzte kann meiner Meinung nach oftmals nur ungenügend stattfinden, sonst würden die Zahlen der (früh-)kastrierten Hunde nicht so in die Höhe schnellen.
Wenn Sie Ihren Hund kastrieren lassen wollen, bedenken Sie bitte folgende Fakten:
- Frühkastrierte Hunde werden niemals ihren Charakter ausbilden, sie bleiben ein Leben lang "unfertig", kindlich im Verhalten und werden deshalb von Artgenossen nicht ernst genommen.
- Bei Spaniels verändert sich das Haarkleid nach der Kastration zum Negativen: Das Haarkleid wird wattig, die Unterwolle wächst, das Haarkleid wird stumpf und unansehnlich. Hier ein Bild von "Shana", vor und nach der Kastration.
Das erste Bild zeigt eine ordentlich frisierte Hündin, die von mir unter starker Konkurrenz auf der CACIB-Ausstellung des VDH in Nürnberg vorgestellt und mit "Vorzüglich 1" bewertet wurde.
Das zweite Bild zeigt "Shana" nach der Kastration.
- Wesensveränderungen bleiben nicht aus, wobei Hündinnen nach einer Kastration oftmals ängstlich bis hin zu ängstlich-aggressiv werden.
- Kastraten werden oft harninkontinent.
Wenn Sie planen, Ihren Hund kastrieren zu lassen und mit dem Gedanken spielen, bei uns nach einem Hund anzufragen, müssen wir Sie enttäuschen: Von uns werden Sie in einem solchen Fall keinen Hund bekommen.