Während einer Ausstellung Anfang der 90er lernte ich den jungen “Quo Vadis vom Heidebusch” (siehe Bild oben) kennen. Fasziniert von dieser Farbe, stand für mich fest, irgendwann auch einmal einen Hund in der Farbe “zobel” zu haben. Unser erster Rüde war zwar dann ein goldzobel, aber immerhin ein Sohn von “Quo Vadis” (“Dicky”) ...
Zobelfarben wird oft verwechselt mit black and tan (schwarz mit loh). Gerade Züchter tun sich bei wenige Tage alten Welpen sehr schwer. Zum Vergleich: links zobel, rechts black and tan (schwarz mit loh)
Die zobelfarbenen Welpen haben meist ein paar helle Haare rund um die Augen. Und während das Loh bei einem Schwarz mit loh meist von ein paar dunklen Haaren durchzogen ist, ist das Golden des Zobelfarbenen absolut klar gezeichnet.
Besonderheiten der Farbe “zobel”
Auf einer Ausstellung im Jahr 1993 in Marktredwitz traf ich eine Dame mit einem American Cocker in der Farbe “zobel”. Ebenso wie bei meinem Goldzobel fehlte bei diesem Cocker die Maske. Das Haarkleid dieses Amis sah eher “gewolkt” aus, statt daß es eine schöne, dunkle Färung hatte. Bisher blieb es mir jedenfalls auch vergönnt, einen Ami-Cocker mit einer schönen Zobelfärbung zu sehen.
Das Zobelhaar an sich ist zwei- bis dreifarbig: Schwarzes Haar mit einem Braunstich, goldfarben und manchmal auch unpigmentiert (weiß). Unter dem typischen Zobel versteht man einen satt goldenen Hund mit dunkler Maske und dunklem Sattel. Gerade Kopf und Ohren sind oft von silberfarbenen Haaren durchzogen.
In Sachen Pflege ist der zobelfarbene Cocker oft eine Herausforderung: Oft haben die Zobels sehr feines Haar unter den Achseln und an den Hinterbeinen, was relativ schnell filzt. Man sollte also schon regelmäßig und gründlich kämmen und bürsten, um das Haarkleid ganzjährig in guter Kondition zu halten.
Geschichtliches
Viele Züchter, die kein Fan dieses Farbschlags sind, wollen uns weismachen, wir hätten es mit einem Modetrend zu tun. Doch das Gegenteil ist der Fall. Früher wurden in die Zuchtbücher schon “sables” eingetragen und Fakt ist, daß sich das Gen verdeckt weitervererben kann.
Gerade in England war diese Farbe jahrzehntelang verpönt. Die Ironie ist, daß der Rüde, der in den USA als Stammvater der zobelfarbenen Cocker-Spaniels gilt, ein Importrüde aus England ist: Elmbury Cinnamon Teal, der von Richard “Dick” Squier importiert wurde.
Ich durfte Mitte der Neunziger Jahre ein Telefonat mit Dick Squier führen, welcher zu dieser Zeit seine Zucht bereits aufgegeben hatte und in einem Altenheim wohnte. Trotz seines Alters war er eine Enzyklopädie in Sachen Cockerzucht und erklärte mir, daß er Cinnamon Teal als “black and tan” (schwarz mit loh) importiert hatte, dann aber bemerkte, daß dessen Maske sehr viel heller und anders ausgeprägt war als bei den üblichen Black and Tans. Dick Squier begann in seinem Zwinger “Squier’s” mit der planmäßigen Zucht der Zobel-Cocker.
1985 wurden die ersten Zobel-Cocker bewußt nach Deutschland eingeführt. Sieglinde “Linda” Rödel (Zwinger “vom Heidebusch”) importierte die beiden Hündinnen “Squier’s Secret Wonder” (“Honey”) und “Squier’s Little Surprise” (“Sugar”).
oben: “Squier’s Little Surprise” - “Sugar”
Wenig später importierte Frau Hass (Zwinger “Harlekin’s”) noch den Rüden “Squier’s Harlekin”, der sich jedoch züchterisch nicht durchsetzen konnte, ebensowenig wie die importierte Hündin “Squier’s Ohio Buckeye”. Schade, denn was heute wenigen Züchtern bewußt ist: Die gesamte zobelfarbene Cockerzucht begründet sich auf zwei Import-Hündinnen, welche zudem noch auf ein und denselben Rüden zurück gehen. Etwas mehr Blutauffrischung hätte schon seit jeher gut getan!
“Alibaba vom Heidebusch” - “Babe”
Im Mai 1987 fiel der erste Wurf mit zobelfarbenen Welpen in Deutschland, Mutter war “Honey”. Der bekannteste Welpe aus diesem Wurf wurde “Alibaba vom Heidebusch”, später ein gefragter Deckrüde. Seine Schwester “Amanda vom Heidebusch” wurde nach Österreich exportiert.
“Alibaba vom Heidebusch” mit seinen Kindern “Kasimir vom Heidebusch” und “Kassandra vom Heidebusch”
1989 wurde “Jumping Jack vom Heidebusch” geboren (Cornbow Adonis x Squier’s Secret Wonder), 1990 dann schließlich “Quo Vadis vom Heidebusch” (Hemony’s Ruben x Squier’s Little Surprise). Seine Schwester “Queen in Sable vom Heidebusch” blieb als Zuchthündin im Zwinger “vom Heidebusch”, die Brüder “Quichote vom Heidebusch” und “Quickstep vom Heidebusch” wurden ebenfalls vielgenutzte Deckrüden, letzterer vor allem in Osteuropa.
“Quo Vadis vom Heidebusch” - “Dicky”
1990 wurden die ersten beiden Hündinnen “Raya vom Heidebusch” und “Roxanne vom Heidebusch” in die Schweiz exportiert. Von dort aus wurden zobelfarbene Cocker wiederum in die skandinavischen Länder exportiert. Mittlerweile wurden sogar einige Cocker-Spaniels in der Farbe zobel nach England importiert und es wurden neue Farbschläge herausgezüchtet.
Neben dem eigentlichen (dunkel-)zobel und goldzobel kennen wir heute auch noch braunzobel und zobelschimmel bzw. zobel-weiß.
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Wenn Sie weitere Informationen zum Zwinger “vom Heidebusch” suchen, dann besuchen Sie auch diese Homepage:
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